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IKB Halteposition


13.08.2007
Geldanlage-Report

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Für die Experten vom "Geldanlage-Report" ist die Aktie von IKB (ISIN DE0008063306 / WKN 806330) eine Halteposition.

Die US-Immobilienkrise habe Deutschland erreicht. Mit dem Mittelstandsfinanzierer und MDAX-Wert IKB sei ein Unternehmen betroffen, mit dem die Wenigsten gerechnet hätten.

Die IKB sei - eigentlich - auf den deutschen Mittelstand fokussiert und Finanzierungspartner für mehr als 20.000 mittelständische Firmen aus Industrie, Handel, Dienstleistungssektor und Immobiliengewerbe. Das Kerngeschäft sei dabei die Vergabe langfristiger Investitionskredite. Mit einem Marktanteil von 13,5 Prozent sei das Unternehmen dabei sogar Marktführer in Deutschland.

Erst jetzt sei bekannt geworden, dass die Düsseldorfer auch im großen Stil am amerikanischen Hypothekenmarkt aktiv gewesen seien. Über das extra zu diesem Zweck gegründete Investment-Vehikel "Rhineland Funding Capital" habe man in den USA Hypothekenkredite und verbriefte Wertpapiere im Umfang von rund 12,7 Milliarden Euro aufgekauft. Zum Vergleich: Die gesamte Kapitalisierung des Unternehmens habe vor Bekanntwerden der Krise nur bei 2,5 Milliarden Euro gelegen.

Auf diese Größenordnung würden derzeit von Experten auch die bisher angefallenen Verluste geschätzt. Theoretisch würde das den Kollaps der Bank bedeuten. Um dem entgegenzuwirken seien große deutsche Privatbanken, die Sparkassen und die Volks- und Raiffeisenbanken sowie die staatliche KfW als Großaktionär der IKB in einer konzertierten und bisher einzigartigen Aktion eingesprungen. Mit insgesamt 3,5 Milliarden Euro würden sich diese Institute an einer so genannten Risikoabschirmung beteiligen.

Schnelles Handeln wäre notwendig gewesen, um "die schwerste deutsche Bankenkrise seit 1931" zu verhindern, habe gar der Chef der Finanzaufsicht BaFin, Jochen Sanio, gemeint.


Regelrecht skandalös sei dabei die Tatsache, dass die Transaktionen nicht in der Bilanz der IKB aufgetaucht seien und die Wirtschaftsprüfer damit bewusst in die Irre geführt worden seien. Es handle sich bei der Rhineland um eine Zweckgesellschaft (Fachbegriff: Conduit), deren Eigenkapital nur 500 US-Dollar betrage und die als eine gemeinnützige Stiftung mit Standort im US-Bundesstaat Delaware gegründet worden sei.

Letzterer sei für seine laxe Wirtschaftsgesetzgebung bekannt, die gerne auch von deutschen "Abzockergesellschaften" zur Gründung von Gesellschaften mit der Rechtsform "Inc." ausgenutzt werde. Die quasi wertlosen Aktien würden dann von einschlägigen Kreisen deutschen Anlegern zum Kauf angepriesen.

Aber zurück zur IKB: Die aufgekauften Kredite seien dann über die Ausgabe von kurzlaufenden Wertpapieren, so genannten Asse Backed Commerical Papers (ABCP) refinanziert worden. Die IKB habe der Rhineland dafür die entsprechenden Kreditlinien gewährt. Dadurch, dass das Geschäft außerhalb der Bilanz geblieben sei, habe es nicht mit teurem Eigenkapital unterlegt werden müssen, was im Erfolgsfall natürlich einen enormen Sonderertrag für das Unternehmen bringe.

Im Misserfolgsfall würden sie allerdings direkt ins Verderben führen, wenn sie in einem Umfang getätigt würden, der der Größe der Firma nicht angepasst sei. Derartige Conduits hätten auch bei der Riesen-Pleite des US-Energieversorgers Enron eine zentrale Rolle gespielt.

Am Donnerstagabend habe ein Statement von Unternehmensseite, wonach die Fortführung der Gesellschaft in der jetzigen Form nicht gefährdet sei, für eine Beruhigung der Lage gesorgt. Trotzdem dürfte das Unternehmen wohl nicht um eine anteilsverwässernde Kapitalmaßnahme herumkommen.

Zudem dürfte aufgrund des öffentlichen Drucks ein Verkauf des Anteils von Großaktionär KfW anstehen, der aktuell 38 Prozent an dem Unternehmen halte. Dies dürfte den Kurs zusätzlich unter Druck bringen.

Nach Meinung der Experten vom "Geldanlage-Report" ist die Aktie von IKB daher aktuell maximal eine Halteposition. (Analyse vom 10.08.2007) (13.08.2007/ac/a/d)




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